Von Wind und Wetter war die erste Hälfte der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang gekennzeichnet. Verschiebungen und teils unfaire Wettkämpfe waren keine Seltenheit. Sehr erfreulich: Nach acht Wettkampftagen hält das Olympic Team Austria schon bei neun Medaillen. 

Die Wetterbedingungen an der südkoreanischen Ostküste lassen sich mit einem Wort beschreiben: extrem. Selbst Sportler, für die Pyeongchang ein guter Nährboden für Erfolge ist, können sich mit dem Klima hier nicht recht anfreunden. Biathlet Dominik Landertinger etwa werde seinen Urlaub auch weiterhin sicher in anderen Destinationen verbringen: „Mir ist es hier zu windig“. Dass die Winterspiele in einem Land stattfinden, wo viele der ausgetragenen Sportarten niemanden interessieren, scheint absurd. Das macht sich nicht nur an den oftmals fast leeren Rängen bei den alpinen Skirennen bemerkbar. Das TV-Programm in Südkorea wird dominiert von den Eisbewerben. Curling war am Donnerstag zu sehen, nicht etwa die Abfahrt der Herren – ein Österreich käme dieser Fokus einer Verschmähung der Königsdisziplin gleich.

Was sorgt dann aber entgegen aller widrigen Umstände für dafür, dass man sich doch im Olympia-Austragungsort wohlfühlt? Es ist die unglaubliche Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft der Koreaner. Ganz besonders bemüht sind die zigtausenden Volunteers, ohne die das Megaevent ohnehin nicht zu bewerkstelligen wäre. Auch ich wäre ohne diese Freiwilligen schon mehr als einmal auf verlorenem Posten gestanden – so wie jeder andere. Das ist nur allzu natürlich in einem Land, in dem man die Landessprache nicht im geringsten versteht. Nur gut, dass die Volunteers fast immer über ausreichende Englischkenntnisse verfügen.

Aus sportlicher Sicht steht Österreich zur Halbzeit mit einer satten Ausbeute da. Kaum ein Tag verging ohne Medaillenfeier im House Austria. Mit drei Goldmedaillen hat man dank Rodler David Gleirscher und den Skifahrern Marcel Hirscher und Matthias Mayer schon jetzt fast so viele, wie vor vier Jahren in der Schlussabrechnung. In Sotschi kam man auf vier Titel. Und weitere Bewerbe mit tollen österreichischen Aussichten folgen. Eine der größten Sensationen der Spiele von Pyeongchang war zweifelsohne der Triumph der Tschechin Ester Ledecka im Super-G – obwohl sie eigentlich Snowboarderin ist. Ihr Kernbewerb, der Parallel-Riesentorlauf der Boarder, folgt also erst. Und das Multitalent darf sich berechtigte Hoffnungen auf den Sieg machen. Wenn das nicht eine Hollywood-Verfilmung wert wäre.

Foto: Thomas Rathgeb

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