Corinna Kuhnle gewann bei der Europameisterschaft in Tacen (SLO) die Goldmedaille im K1-Bewerb. Als Schnellste nach dem Halbfinale ging Kuhnle als Letzte in die Entscheidung und sicherte sich souverän Gold. Pech hatte ihre Teamkollegin Lisa Leitner – sie wurde wegen eines zu leichten Boots disqualifiziert.

„Ich bin einfach sprachlos. Ich konnte meine Leistung genau am Tag X abrufen und wurde mit Gold belohnt“, gab eine überglückliche Corinna Kuhnle in einem ersten Interview direkt nach dem Rennen zu Protokoll. Ihr Sieg in Tacen ist Österreichs insgesamt dritte Goldmedaille bei europäischen Titelkämpfen: 2005 waren der heutige Cheftrainer Heli Oblinger ebenfalls in Tacen und 2007 Violetta Oblinger-Peters in Liptovský Mikuláš erfolgreich.
Bereits im Halbfinale setzte die 29-jährige Niederösterreicherin ein Ausrufezeichen und gewann den Lauf trotz nicht fehlerfreier Fahrt unmittelbar vor ihrer Teamkollegin Lisa Leitner (+0,01). Im Finale sah es dann lange nach einem Sieg der Italienerin Stefanie Horn aus, bis diese schließlich von Lisa Leitner an der Spitze abgelöst wurde. Und dann stand nur noch eine oben: Corinna Kuhnle.

Die Doppel-Weltmeisterin und zweifache Gesamt-Weltcupsiegerin behielt die Nerven und ließ sich auch von einem frühen Torfehler im oberen Abschnitt nicht aus der Ruhe bringen: „Dass ich nach diesem Fehler ruhig bleiben konnte, ist das Ergebnis jahrelanger Arbeit im mentalen Bereich. Es haben heute einfach alle Bausteine zusammengepasst, damit ich ganz oben stehen kann“, so Kuhnle.

Während Kuhnle im Ziel jubelnd die Arme hochriss, nahm das Rennen für Lisa Leitner eine bittere Wendung. Die Kärntnerin wurde aufgrund eines zu leichten Boots nachträglich disqualifiziert.

Für Cheftrainer Helmut Oblinger überwog nach dem Rennen dennoch die Freude über die Medaille: „Vor der Disqualifikation war es ein glorreicher Tag, jetzt ist es immer noch ein sehr guter Tag. Dabei hatte Conni nicht einmal einen perfekten Lauf, aber es hat gereicht und sie ist verdient Europameisterin. Ich bin jedoch auf die gesamte Mannschaft unglaublich stolz. Auch Mario Leitner und Viktoria Wolffhardt hätten hier ganz vorne mitfahren können. Mit ihnen wird bei den nächsten Wettkämpfen fix wieder zu rechnen sein“, so Oblingers Fazit.

Kuhnle holte nach Nadine Weratschnig mit Bronze im C1 gestern die zweite Medaille für Österreich bei dieser EM. Im ewigen Medaillenspiegel schob sich Österreich dadurch an Spanien vorbei auf Platz 9.  Kuhnle hat ihren Fokus jedoch bereits in die Zukunft gerichtet: „Europameisterin war einer von zwei Titeln, die mir noch gefehlt haben. Den anderen nehme ich in drei Jahren in Tokio ins Visier…“

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