Marc Janko zählt zu den besten Stürmern, die Österreich je hatte. Das hat er auch der polysportiven Ausbildung zu verdanken, die er seit seiner Kindheit genießen durfte. Mit der Sportbox will er seine Begeisterung für den Sport an die nächsten Generationen weitergeben. 

Wie bist du zur Sportbox gekommen und was kann man sich eigentlich darunter vorstellen?
Sportcamps waren lange Zeit nicht auf meinem Radar, bis mich Conny Wilczynski angesprochen hat und mir sein Konzept präsentiert hat. Seitdem bin ich Feuer und Flamme dafür, weil es etwas komplett anderes ist als alles, was bisher am Markt angeboten wurde. Vor allem dem Ansatz, polysportiv zu arbeiten, kann ich extrem viel abgewinnen, da ich selbst so aufgewachsen bin und auch heute noch glaube, dass es sehr wichtig ist, dass Kinder viele Sportarten ausprobieren. Man muss nicht immer alles sehr gut können, aber eine gewisse Grundausbildung sollte einfach vorhanden sein. Das ist auch der Grundgedanke unserer Sportcamps, kombiniert mit bekannten österreichischen Sportlern, die hier dahinter stehen, die Konzepte erarbeiten und sich auch für Qualität und die Vermittlung von Werten verbürgen. Ich hoffe, dass es auch von der Öffentlichkeit und vor allem den Kindern, unseren Stars, dementsprechend gut angenommen wird.


Deine Mama war eine sehr erfolgreiche Speerwerferin und dein Papa Hochspringer. Wurdest du vor allem in diesen Sportarten aufgezogen? Daher: War Fußball Zufall?
Fußball war kein Zufall, weil ich wie fast jeder andere in der Schule, Fußball gespielt habe. Also in den Pausen, vor der Schule und nach der Schule und so bin ich zu meinem Sport gekommen. Ich wurde auch von meinen Eltern nie zur Leichtathletik gedrängt. Sportlich gesehen, hatte ich eine sehr breite Ausbildung. Ich kann mich noch gut erinnern, in nahezu allen Sommerferien zwei Wochen in einem Bundessportheim verbracht zu haben. Das war ein riesiger, gut organisierter Apparat, der die Teilnehmer in Altersklassen gegliedert hat und uns die Möglichkeit bot, jeden Tag andere Sportarten auszuprobieren. Mal war das Tennis, dann Badminton, Tischtennis, Schwimmen, Radfahren oder auch Bergsteigen. Das hat mir als Kind so wahnsinnig getaugt, und genau diese Begeisterung will ich jetzt mit den Sportcamps der Sportbox weitergeben.


Also geht es dir jetzt gar nicht darum, dass ein Kind Fußballprofi werden könnte, sondern in erster Linie um eine breite sportliche Ausbildung?
Ja, ich glaube generell, dass die Freude an der Bewegung im Vordergrund steht, und da geht es gar nicht um den Hintergedanken, in einer bestimmten Sportart Profi zu werden, sondern einmal das Gefühl zu bekommen, wie es ist, mit dem Ball am Fuß zu dribbeln und ein paar Stunden später den Volleyball aufzuspielen und die Augen-Hand-Koordination zu trainieren. So lernt man etwas für das ganze Leben, denn diese Fähigkeiten wird man immer brauchen. Gute motorische Eigenschaften bereichern jedes Leben und sind, glaube ich, enorm wichtig. Vor allem beherrscht man dadurch auch „fremde“ Sportarten viel schneller und einfacher. Ich selbst mag es überhaupt nicht, zu verlieren – wenn ich eine neue Sportart ausprobierte und nichts zusammenbrächte, dann würde mich das wahnsinnig machen. Da bin ich dankbar, dass ich schon von meiner frühesten Kindheit an durch meine Eltern so eine gute Grundausbildung genossen habe.

Betreibst du nach wie vor viele andere Sportarten?
Jetzt in der Winterpause spiele ich zum Beispiel Squash, Tennis, Paddle Tennis, bin schwimmen gegangen und war bergsteigen. Also ich versuche sehr breit gefächert zu trainieren und kann vielen Sportarten etwas abgewinnen.


Wie siehst du die Sportkultur allgemein in Österreich?

Die tägliche Turnstunde ist ja schon seit geraumer Zeit in aller Munde, und es liegt ja auf der Hand, dass den Kindern zu wenig Zugang zum Sport ermöglicht wird. Das ist ein großes Problem. Zwar nicht nur in Österreich, aber wir wollen jetzt mal unsere Heimat positiv beeinflussen und probieren Kindern in der Ferienzeit Sportcamps mit höchster Qualität zu bieten. Also wir machen das großteils auch aus ideellen Gründen. Ich hoffe, die Eltern schicken uns viele Kinder!


Wird man dich erst nach deiner Profikarriere aktiv bei den Camps antreffen?
Solange man aktiv ist, ist es natürlich relativ schwierig, regelmäßig dabei zu sein. Im Zeitalter von Web + Co. ist es dafür umso einfacher, dass man mal eine Liveschaltung macht oder eine Videobotschaft schickt, von wo auch immer man gerade ist. Nach meiner Karriere wird es sicher das eine oder andere Camp geben, bei dem ich persönlich vor Ort sein werde. Erstens weil ich es gerne mache, und zweitens, weil ich mich davon überzeugen möchte, dass die Qualität dementsprechend passt und die Kinder Spaß haben.


Was ist dein Wunsch für die Zukunft, was den Sport anbelangt?
Wenn es die Zeit erlaubt – so viele Sportarten wie möglich zu probieren! Ich gehe auch wahnsinnig gern auf den Golfplatz! Nach meiner Karriere werde ich sicher den Fußball weiterverfolgen, aber mein Schwerpunkt wird sich wahrscheinlich auf andere Sportarten verlagern.


Weil du Golf ansprichst: Wo ist bei dir die Grenze zwischen Sport und nicht – Sport. Ist Golf oder Darts für einen Fußballer ein Sport? Ich denke, diese Frage stellen sich auch einige Leser.
Auf jeden Fall. Du kannst es natürlich nicht mit Kontaktsportarten oder Sportarten wie Tennis vergleichen, in denen viel gelaufen wird. Die meisten assoziieren Sport natürlich mit viel Bewegung, aber gerade im Fall von Golf und Dart ist es eine sportliche Leistung, weil man im Kopf sehr fit sein muss, um mehrere Stunden bei der Sache und konzentriert zu bleiben. Wenn man die geistige Leistung auch zum Sport dazuzählt, dann sind diese Sportarten absoluter Hochleistungssport. Körperlich ist es für mich als Fußballer ein Spiel mit sportlichem Charakter. Du kannst Golf und Darts natürlich nie mit einem Marathon vergleichen. Umgekehrt genau so wenig.

Fotocredit ©a.c.schiffleitner / Sportbox

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