Der österreichische Extremradfahrer Christoph Strasser fuhr 3.767 Runden zum neuen 24 Stunden Bahnradweltrekord. Die Sportzeitung sprach mit.

Christoph, zunächst Gratulation zum 24h Bahnradweltrekord. Du bist Sportfans ja vor allem für Deine Langstreckenerfolge wie beim Race Across America oder dem Race Around Austria bekannt. Wie bist Du auf den 24h Weltrekordversuch gekommen?
Der Stundenweltrekord wurde zuletzt wieder sehr gehypt und das brachte mich auf die Idee 24 Stunden zu fahren. Ich habe 2010 mitverfolgt wie das abläuft und war beeindruckt vom 24h Versuch. Wir wollten den Rekord schon 2015 angreifen, machten das damals aber noch auf der Straße. Der Stundenrekord auf der Bahn ist die Draufgabe, wenn Du schon große Rennen gewonnen hast. Das gilt für Tour de France, Vuelta, World Tour-Fahrer mit dem Stundenrekord, genauso wie für den 24h Rekord als Ultramarathon-Fahrer.

Musstest Du Dich dazu speziell auf das Bahnfahren einstellen?
Von der Fitness her, habe ich so trainiert wie immer. Das ist ein Standardprogramm. Ich musste mich aber mit der Technik anfreunden. Insgesamt war ich achtmal auf der Bahn trainieren, um ein Gefühl dafür zu bekommen, besonders für die Steilkurven. Auch die Geraden sind immer nach innen geneigt, nach links hängend. Laut Reglement sind Richtungswechsel verboten, d.h. Du musst 24h in eine Richtung fahren. Das Ultramarathon Cycling Association Reglement stellt mir aber zumindest frei, ob ich ein Bahnrad oder Straßenrad verwende.

Wie ist es mit der mentalen Komponente. Wird man nicht „gaga“, wenn man einen kompletten Tag und eine Nacht im Kreis fährt?
Doch wird man schon. Es ging mir da nicht anders als jedem anderen auch. Du fährst dann praktisch von Kurve zu Kurve. Ich habe auch nie weiter vorausgedacht als eine Stunde. Auf einem Ohr hatte ich einen MP3 Player. Der lief aber nicht durchgehend. Am anderen Ohr hatte ich einen Funk mit dem Betreuerteam.


Bei dieser Beanspruchung wird der Körper mit der Zeit sicher schmerzen. Wie kannst Du da vorbeugen?
Ich fahre immer in einem Bereich, der ein schnelles Grundlagentempo ist und kann so die Übersäuerung vermeiden. Am schwierigsten ist aber die Oberkörperposition, weil in der Aerohaltung zu verweilen, tut mit der Zeit wirklich weh. Daher musste ich im Vorfeld viel Schulter und Nacken trainieren. Im Helm war noch das Funkgerät und Du hast nach kurzer Zeit Rücken- und Nackenschmerzen. Die Schmerzen sind dazu einseitig, links viel mehr.

Wie isst und trinkt man eigentlich während der Fahrt? Und was ist, wenn man auf die Toilette muss?
Essen und Trinken ist alles flüssig. Durch die Aeroposition ist immer ein Druck auf dem Magen und durch die gekrümmte Haltung funktioniert die Verdauung nicht optimal. Ich habe mich darauf eingestellt, dass ich alle sechs Stunden auf die Toilette gehe. Schließlich ging ich nach 22 Stunden ein einziges Mal aufs WC. Dabei rollt man zu den Betreuern, pinkelt in eine Flasche und fährt dann wieder weiter.

Panaceo Sport ist ja einer Deiner Partner. Inwieweit hilft Dir das Produkt in Deinem Training?
Im Vorfeld habe ich sehr viel Panaceo genommen, um die Verdauung zu unterstützen und dass ich beim Start perfekt vorbereitet bin. Die Entgiftung funktioniert dadurch deutlich besser und auch die Erholung des Körpers geht rascher. Ich nehme es nicht ständig ein, sondern punktuell, also z.B. verstärkt im Monat vor großen Belastungen wie dem RAAM oder dem Bahnrekord.

Ist Panaceo Sport aus Deiner Sicht also auch für Amateurradfahrer empfehlenswert?
Das kann man auf alle Fälle empfehlen. Grundsätzlich aber nicht nur für die Radfahrer, sondern für jeden, der verstanden hat, dass ein starkes Immunsystem die Basis für ein gutes Training sind. Dadurch ist man weniger anfällig für Infektionen oder auch Unverträglichkeiten wie Allergien. Was dazu kommt ist, dass jemand der Sport macht, mehr Energie- und Nährstoffbedarf hat. Daher ist es auch wichtig hier die Verdauung zu unterstützen.

Nochmals zurück zum Rekord. Du hältst nun den 24h Rekord. In der Sportwelt ist der prestigeträchtigste Bahnradtitel aber der Stundenweltrekord. Ist der kein Ziel?
Das ist leider völlig unrealistisch, weil ein Marathonläufer auch auf einer Sprintdistanz keine Chance hätte. Die Anforderungen dafür sind komplett unterschiedlich. Ich weiß wo meine Stärken und Schwächen liegen, und das sind eindeutig die Ultradistanzen.

Foto © Lupi Spuma

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