Wie viel Sport treiben wir wirklich?

Vereinbarkeit von Beruf und Sport wird zum Zukunftsthema

Leogang/Wels, September 2019: Sport, die wichtigste Nebensache der Welt, so könnte man die Meinung der Österreicher zusammenfassen. Der INTERSPORT SPORTREPORT 2019 ist eine groß angelegte repräsentative Studie, die INTERSPORT im Fünf-Länder-Verbund mit Österreich, Deutschland, der Slowakei, Tschechien und Ungarn durchgeführt hat. Der Schwerpunkt lag dieses Jahr auf den Themenfeldern Sport und Beruf, Sport und Kinder sowie Sport und Natur. Unter den befragten Österreichern kristallisierten sich drei wichtige Aussagen heraus: Sport und Beruf lassen sich bei den wenigsten gut vereinbaren, die Befragten sind sich der großen Bedeutung von Sport für die Kinder bewusst und Natur wird als wesentlicher Motivator für sportliche Aktivitäten wahrgenommen.

 „Die Ergebnisse des INTERSPORT Sportreports unterstreichen, wie sportlich unsere Kunden sind und dass ihnen ihre eigene Gesundheit wichtig ist. Das gilt für alle untersuchten Länder gleichermaßen. Besonders die Fitness der Kinder liegt den Befragten am Herzen. Nur wie motivieren wir unsere Kids zu mehr Bewegung? Auch wenn Sport den meisten wichtig ist, so ist es für viele immer schwieriger, Beruf, Familie und das eigene Sportprogramm zu vereinen. Als Sportartikelhändler wollen wir unsere sportbegeisterten Kunden darin unterstützen, wie sie ihre Lieblingsbetätigung am besten ausüben können“,berichtet Mathias Boenke, Vorstand INTERSPORT Deutschland.

Auch Thorsten Schmitz, Geschäftsführer von INTERSPORT Austria bestätigt: „Der Sportreport ist für uns jedes Jahr aufs Neue sehr spannend. Für Österreich kann man sagen, wir sind ein Land der Topsportler und die Natur hat eine sehr große Bedeutung für uns. Was mir aber Sorgen macht, ist, dass sich heutzutage sehr viele Menschen in der Work-Life-Balance gefangen fühlen und es auch für die Kinder immer schwieriger wird, ihnen ausreichend Sportmöglichkeiten zu bieten.“

Work-Life-Balance
Wie wichtig es den Österreichern ist, ihren Beruf mit Sport vereinbaren zu können, zeigt der aktuelle Sportreport, bei dem rund 1.000 Österreicherinnen und Österreicher zwischen 14 und 69 Jahren befragt wurden. Drei Viertel versuchen, Bewegung so gut wie möglich in ihren Berufsalltag zu integrieren. Der Spagat zwischen Beruf, Familie und Sport ist aber eine Disziplin, die nur wenige Österreicher beherrschen. Rund 72 % kommen aufgrund des vollen Terminkalenders und den familiären Verpflichtungen nicht dazu, Sport auszuüben (vgl. dazu Slowakei 50 %, Tschechien 53 %, Ungarn 59 %). Viele sind nach der Arbeit zu müde oder zu demotiviert, um abends zu sporteln. 67 % der Berufstätigen werfen regelmäßig ihre Pläne für Sport am Abend mangels Motivation über Bord (vgl. dazu Slowakei 57 %, Tschechien 55 %, Ungarn 60 %).

Mehr Fitness am Arbeitsplatz
Mehr als die Hälfte der befragten Österreicher kann sich durchaus vorstellen an einem Sportprogramm des Unternehmens teilzunehmen. 75 % der Österreicher versucht viel Bewegung in den beruflichen Alltag zu integrieren. In Deutschland ist der Wunsch nach mehr Bewegung am Arbeitsplatz noch höher: 80 % würden Sport gerne stärker in ihren Arbeitsalltag integrieren. Aber auch unter den deutschen Arbeitgebern bietet nur ein Drittel ein betriebseigenes Fitnessangebot an. Diesem Wunsch versucht auch INTERSPORT im eigenen Unternehmen nachzugehen: „Wir wollen als Arbeitgeber ein Vorbild für andere Unternehmen sein. Diese Vorreiterfunktion nehmen wir ernst und haben dazu vielfältige Tools entwickelt, wie wir unseren Mitarbeitern den Sport im Betrieb ermöglichen können“, gibt Thorsten Schmitz einen Einblick.

Diese Ergebnisse haben INTERSPORT dazu veranlasst, in Kooperation mit dem österreichischen Betriebsportverband den österreichischen Unternehmen die vielfältigen Möglichkeiten aufzuzeigen, um mehr Fitness in den Alltag ihrer Mitarbeiter zu bringen. „Wenn es die Österreicher nicht zum Sport schaffen, bringen wir den Sport eben zu ihnen. Gemeinsam mit dem ÖBSV wollen wir Unternehmen dabei unterstützen, Wege zu finden ihren Mitarbeitern mehr Bewegung zwischendurch am Arbeitsplatz zu ermöglichen“, erklärt Thorsten Schmitz, Geschäftsführer INTERSPORT Österreich und ergänzt:„Wir stellen interessierten Firmen eigene INTERSPORT Coaches zur Verfügung, die dabei helfen, ein passendes Fitnessangebot zu implementieren. Es gibt großartige Geräte, die auch auf kleinstem Raum genutzt werden können und nur wenig Zeit beanspruchen.“ Es gibt vielfältige Lösungen, Fitness an den Arbeitsplatz zu bringen, erklärt Florian Ram, Generalsekretär des ÖBSV (Österreichischer Betriebssportverband): „Von Vergünstigungen bei nahe gelegenen Sporteinrichtungen, die in der Mittagspause genutzt werden können, bis hin zum betriebseigenen Fitnessraum. Für Unternehmen jeder Größe ist es möglich, sportliche Aktivitäten zu unterstützen oder ein entsprechendes firmeneigenes Angebot aufzubauen.“

Auszahlen würde sich mehr Bewegung am Arbeitsplatz auf alle Fälle: 60 % der Österreicher gaben an, regelmäßiger Sport sorge für eine allgemein positivere Stimmung (vgl. 59 % der Deutschen sehen das genauso). Auch das Burnout-Risiko könne gesenkt und die Belastbarkeit erhöht werden, sind die Hälfte der Österreicher überzeugt (vgl. 49 % der Deutschen glauben an höhere Belastbarkeit, 43 % an ein geringeres Burnout-Risiko). Somit wird mit einem Sportangebot nicht nur eine bessere Work-Life-Balance erzielt, sondern das Unternehmen investiert in motiviertere und leistungsfähigere Mitarbeiter.

Digitale Medien zwischen Bewegungskiller und Motivator
Eines geht ganz klar aus dem Sportreport hervor: Social Media polarisiert. Zum einen zeigen die Ergebnisse, dass digitale Medien eine Ablenkung für Kinder darstellen und Handy & Co. sportliche Aktivitäten bremsen. 72 % der Österreicher glauben außerdem, dass Kinder und Jugendliche, die häufig digitale Medien nutzen, weniger sportlich aktiv sind als andere Kinder und Jugendliche (vgl. dazu Slowakei 80 %, Tschechien 81 %, Ungarn 77 %).

 „Wir lesen aus diesen Zahlen durchaus einen gesellschaftspolitischen Auftrag heraus. Es gibt immer weniger Vereine, die Schulsportaktivitäten sind auf ein Minimum reduziert und die Kinder sind immer mehr den Verlockungen von Computer und Handys ausgesetzt. Da wollen wir einen bewussten Gegenpunkt setzen und machen Sport für Familien attraktiv. Mit den INTERSPORT Wandertagen zum Beispiel oder dem Skitag bringen wir die ganze Family zum Sport“, informiert Schmitz.

Auch der Ex-Skirennläufer Felix Neureuther bestätigt diese Meinung: „In meinen Augen kann es nicht sein, dass das Digitale allein die Zukunft ist. Wir müssen den Kindern deutlich machen, wie wichtig Bewegung ist.“Deswegen setzt sich der Profisportler schon seit vielen Jahren mit seinem Projekt „Beweg dich schlau“ dafür ein, Kindern Freude an der Bewegung zu vermitteln. „Ich will meine Erfahrungen und Erkenntnisse als Profisportler nutzen, um Kinder zu mehr Sport zu motivieren, denn Bewegung ist wichtig für eine gesunde Zukunft. ‚Beweg dich schlau!‘ ist ein Trainings- und Aktionsangebot, das spielerische Bewegungsübungen umfasst, die Kopf und Körper gleichzeitig aktivieren. Solche Übungen gehören seit Jahren zu meinem Trainingsprogramm und haben mich an die Spitze des Skirennsports gebracht“, so Neureuther.Neben seinen eigenen Aktivitäten appelliert der Profisportler an die Politik: „Wir wollen Kinder dazu motivieren, dass sie rausgehen und sich bewegen. Die ein oder andere Sportstunde mehr wäre schon noch drin“.

By | 2019-09-23T13:12:54+00:00 September 23rd, 2019|Allgemein|