Österreichs Segel-Asse kehren am Samstag vom finalen Probegalopp aus Rio zurück. Die Kampagne für die kommenden Sommerspiele endet mit vier qualifizierten Booten und einer vielversprechenden  Ausgangsposition, die hoffen, aber nicht abheben lässt.

Ab 2013 haben die Schützlinge von OeSV-Sportdirektor Georg Fundak Rio de Janeiro zu ihrer zweiten Heimat erklärt. Nahezu jede Lücke im Regattakalender wurde mit einem Training im Olympiarevier gefüllt, damit waren die Kadersegler ständig auf Achse und öfters in Brasilien oder sonst wo, als zu Hause.

Stationiert in Niteroi, erarbeiteten sich die Mannschaft in unzähligen Wasserstunden ein Verständnis für die komplexen Verhältnisse in und Eingangs der Guanabara Bay. Eher Flachwasser, viel Strömung und aufgrund der Landbeeinflussung recht launische Winde – so das Menü auf den vier inneren Bahnen, auf offener See warten stabilere Wind- und Strömungsverhältnisse, dafür ein turbulentes, meterhohes Wellenbild. Jede einzelne der in Summe sieben Regattakurse ist anders, das erfordert viel Erfahrung, noch mehr Gefühl, gute Nerven und aufgrund der möglichen Tücken auch die notwendige Portion Glück.

Im Focus der finalen Vorbereitung stand die endgültige Klärung der Materialfrage. Welcher Rumpf, welcher Mast, welche Segel, welche Schwerter und Ruder? Die letzten Antworten herauszuarbeiten hatte Priorität, anschließend wurde das Olympiapaket beim internen Angleichen und in Probe-Regatten in Harmonie gebracht. Dabei kam den heimischen Olympiabooten einmal mehr die Konkurrenz aus dem eigenen Lager zu gute. In der 470er-Klasse fungierten die EM-Fünften David Bargehr und Lukas Mähr als interne Scharfmacher, die 49er-Vize-Weltmeister Nico Delle Karth und Niko Resch wurden von Benjamin Bildstein und David Hussl, zuletzt Vierte bei der traditionellen Kieler Woche, gepusht. Die bärenstarke Ersatzbank, die in der abgelaufenen Kampagne enorm an Qualität gewonnen hat, sorgte auch in der letzten Phase für den entsprechenden Druck und wirkte bei der abschließenden Feinjustierung entscheidend mit.

Die Mannschaft kehrt am 16. Juli aus Rio zurück und wird am Abend vom Segel-Verband verabschiedet, am Sonntag stehen die ÖOC-Einkleidung und Medientermine auf dem Programm. Nach der Verabschiedung durch Bundesminister Mag. Hans Peter Doskozil gibt es ein paar Tage Ruhe, zwischen 27. und 31 Juli erfolgt die Rückreise nach Rio. Die ersten Wettfahrten mit österreichischer Beteiligung werden am 10. August gesegelt. Die 49er steigen 48 Stunden später in den Bewerb ein.

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