Die Volksbank Galaxy Tigers sicherten sich zum vierten Mal in Serie den Titel in der österreichischen Judo-Bundesliga. Beim Final Four setzte sich das Team von Trainer Thomas Haasmann in einer bis auf den letzten Platz gefüllten Gmundner VB-Arena im Finale souverän mit 9:4 gegen den JC Wimpassing/Lassee durch.

Im ersten Durchgang der Finalbegegnung legten die Perchtoldsdorfer den Grundstein für den Titelgewinn: In sieben Kämpfen gingen die Tigers ganze fünfmal als Sieger von der Matte und fuhren sämtliche Kampfsiege mit Ippon ein. Dabei fehlte den Tigers mit dem Israeli Sasson Or, Bronzemedaillengewinner der Olympischen Spiele 2016 in Rio im Schwergewicht, sogar einer der Spitzenlegionäre. Die spektakulären Würfe brachten das Publikum zum Toben, ein Judo-Leckerbissen, den sich auch die beiden Top-Kanutinnen Viktoria Schwarz und Ana Roxana Lehaci als prominente Zuschauerinnen nicht entgehen lassen wollten. Im zweiten Durchgang begannen die Galaxy Tigers dort, wo sie im ersten aufgehört hatten und setzten das Ippon-Feuerwerk fort. Nach dem dritten Kampf zwischen Christopher Wagner und Matteo Piras in der Klasse -73 kg, der mit einem Unentschieden endete, war den Perchtoldsdorfern der Titel nicht mehr zu nehmen. Einen großen Anteil am Triumph hatten Denislav Ivanov, Marcel Ott und Marko Bubanja mit jeweils zwei vollen Erfolgen im Finale. Einzig der rumänische Legionär Ilie Natea konnte auf Seiten der Wimpassinger mit zwei Erfolgen dagegenhalten.

Zuvor setzten sich die Volksbank Galaxy Tigers erwartungsgemäß klar mit 11:3 gegen UJZ Mühlviertel durch, das sich in letzter Sekunde erst für das Final Four qualifizieren konnte. Im ersten Durchgang konnten die Tigers alle sieben Kämpfe für sich entscheiden. Bereits nach dem Sieg von Denislav Ivanov über Jakob Wiesinger im ersten Kampf des zweiten Durchganges standen die Perchtoldsdorfer als Finalteilnehmer fest. Obwohl die Galaxy Tigers in Durchgang zwei gleich sechs Kämpfer austauschten, gewannen sie auch diesen (4:3) und zogen in souveräner Manier ins Finale ein. Für das Highlight der Begegnung sorgte der Niederländer Roy Meyer auf Seiten der Galaxy Tigers, der in der Klasse +100 kg Österreichs Olympiastarter Daniel Allerstorfer dank eines spektakulären Beinwurfes mit Ippon besiegte.

Weitaus spannender verlief das zweite Halbfinalduell zwischen dem JC Wimpassing/Lassee und Multikraft Wels. Den ersten Durchgang entschieden die Wimpassinger, die den Grunddurchgang auf Rang drei und damit unmittelbar hinter Wels beendeten, dabei noch deutlich mit 4:1 für sich, in Durchgang zwei setzten die Welser aber zu einer sehenswerten Aufholjagd an und sicherten sich diesen mit 5:2, was im Gesamtscore einen Gleichstand bedeutete. Zwischenzeitlich hatten die Welser sogar die Begegnung gedreht, erst ein Ippon-Sieg von Andreas Mruk über Stefan Huber (+100 kg) besiegelte das Remis in der Gesamtwertung. Die in diesem Fall ausschlaggebenden Unterbewertungen bescherten Wimpassing schließlich mit 50:41 den Finaleinzug. Im Vorjahr belegte die Mannschaft von Trainer Adi Zellner als Aufsteiger noch Platz drei.

Ludwig Paischer, der in dieser Woche offiziell den Rücktritt vom professionellen Judosport bekanntgab, wurde im Rahmen der Veranstaltung vom Verband geehrt. Paischer nahm zwischen 2004 und 2016 viermal an Olympischen Spielen teil, 2008 in Peking gewann er die Silbermedaille. Bei Weltmeisterschaften holte der Salzburger zweimal Edelmetall, bei Europameisterschaften räumte er insgesamt sieben Medaillen ab, davon zwei in Gold.

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