Ein Spiel steht für die österreichische Rugby-Nationalmannschaft in diesem Zweijahres-Zyklus im European Nations Cup noch aus, die Männer von Peter Smutna reisen ins nahe Ljubljana, wo sie am Samstag mit Slowenien ein ganz harter Brocken erwartet, der zudem keinerlei Luft für Gastgeschenke hat.

Aus Tabellenperspektive gesehen geht es für die österreichische Mannschaft nicht mehr um Gedeih und Verderb: Die Dänen verloren ihr letztes Spiel gegen Luxemburg, die Serben sind uneinholbar nach vorne enteilt. Unabhängig vom Spielausgang bleibt die Truppe rund um Captain Max Müller auf dem vierten Tabellenrang. Das Abstiegsgespenst geht im ZAK-Stadion nicht mehr um, der Druck lastet nicht riesig auf den Schultern. Ganz um „nix“ geht es dennoch nicht, das Weltranglistensystem von World Rugby straft jede Niederlage mit Platzverlusten, während umgekehrt ein Sieg über das vor uns befindliche Slowenien das Ranking hochschnellen lässt. Hohe Konzentration ist also von Nöten, um die Prüfung zu bestehen.

Für den Gegner, die physisch sehr starken Burschen mit dem Enzian auf der Brust, geht es in dieser Begegnung dennoch um etwas mehr. Es sind noch zwei Spiele für das Team von Trainer Andrew Fenton (NZ, trainiert auch RK Ljubljana) ausständig und Slowenien kann aus eigener Kraft den Aufstieg in die höhere Division schaffen. Voraussetzung dafür sind zwei Siege gegen Österreich und Leader Luxemburg. Dafür scheut Slowenien weder Mühen noch Kosten – sie fliegen wieder die in England spielenden, wohlbekannten Skofic-Brüder als Verstärkung ein, Unkosten, die sich der dortige Verband nicht für jedes Länderspiel leistet.

Diese Umstände kennt man im Lager der Steinböcke natürlich ganz genau – und wappnet sich mit besonderer Vorbereitung und ein bisschen Geheimniskrämerei. Teammanager Jörg Berger verrät trotzdem einige Details: „Wir bereiten uns seit zwei Wochen auf dieses Spiel vor. Es wird das härteste Spiel des ganzen Zyklus, die Slowenen werden uns körperlich alles abverlangen. Zu den zwei Verletzten aus dem Serbien-Spiel (Olivanti und Spicher, Anm.) fallen zusätzlich unsere Englandlegionäre aus verschiedenen Gründen aus.“

Der Kader von Teamchef Smutna bekommt einige neue Gesichter. Wer genau für die Fehlenden einrückt, verrät Jörg Berger aber nicht: „Die Slowenen kennen unsere Spieler durch die Liga sehr gut, umgekehrt ist es natürlich genauso“, so Berger schmunzelnd, „jedenfalls wollen wir deshalb den Kader erst so spät wie möglich bekannt geben.“ Trotz der Kaderänderungen regiert Zuversicht: „Wir werden Charakter zeigen und eine saubere Leistung hinlegen, dann ist immer etwas möglich. Die 15 auf dem Platz werden alles geben.“

Die Statistik der letzten Spiele untermauert den Optimismus. Das Hinspiel in Wien gewann Slowenien lediglich mit 17:16. Insgesamt gab es bislang vier Siege gegen den Nachbarn. Der letzte ist gar nicht so lange her – vor zwei Jahren in Wien behielten die Steinböcke mit 20:8 die Oberhand.

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