Nur 15 Stunden nach dem ersten Sieg gegen die Eidgenossinnen durfte Österreichs Handball-Damen-Nationalteam erneut jubeln – in der Grazer ASVÖ-Halle besiegte man die Schweiz mit 29:27. Nach einem zwischenzeitlichen Sieben-Tore-Vorsprung, gelang es unseren Nachbarn das Spiel in der zweiten Halbzeit nochmals zu drehen. Die Schlussminuten gehörten aber klar den Österreicherinnen, die 18 Jahre nach den letzten Damen-Länderspielen in der Steiermark erneut zwei Siege feiern durften.

Nach dem 32:28-Erfolg Samstagabend in Köflach analysierte Österreichs Teamchef Herbert Müller mit seinen Damen nochmals die zweite Halbzeit. Speziell auf das eigene Deckungsverhalten wurde geachtet. Die Vorgabe für das zweite Testspiel gegen die Schweiz war, früher zu attackieren und in der Innendeckung die Lücken zu schließen.

Doch auch die Schweizerinnen lernten aus dem Spiel, traten diesmal mit der eigentlich schon im ersten Test erwarteten 3:2:1-Deckung an womit sie den Österreicherinnen zu Beginn auch ordentlich Probleme bereiteten. In Minute sechsgelang es Mirela Dedic dennoch Österreich erstmals in Führung zu bringen. In dieser Phase legte man direkt nach, erhöhte bis auf plus drei Tore. Beim Stand von 6:3 kam die Schweizer Deckung allerdings so richtig in Fahrt, zeigte, warum man gegen die Topteams Deutschland und Frankreich so lange mithalten konnte. Den Eidgenossinnen gelang nach 13 Minuten sogar der Ausgleich, Chancen auf die Führung wurden aber nicht genutzt. So war es an Laura Bauer, insgesamt acht Treffern beste Werferin des Teams, die Torsperre durch einen 7-Meter nach über sieben Minuten zu brechen. Dieser Treffer schien das Team von Coach Herbert Müller zu befreien. Bis zur Pause legten Österreichs Damen nach und erspielten sich einen Fünf-Tore Vorsprung – Halbzeitstand 16:11.

Nach Seitenwechsel ließ man sich das Spiel zunächst nicht aus der Hand nehmen, Österreich kontrollierte die Partie. Beim Stand von 20:15 erhöhte Klara Stanic mit ihrem ersten Treffer im Teamtrikot auf plus sechs Tore. Nach einem zwischenzeitlichen Sieben-Tore-Vorsprung bekamen Österreichs Damen augenscheinlich müde Beine. Die Schweizerinnen nutzten ihre Chance wie schon am Vortag und kamen diesmal sogar bis auf ein Tor heran. Coach Herbert Müllerreagierte, nahm frühzeitig sein drittes Team-Timeout um seine Mannschaft wieder in die Spur zu bekommen. Auch taktisch stellte der Teamchef erneut um, brachte mit Laura Bauer eine siebte Feldspielerin im Angriff für Torfrau Verena Flöck. Bei den Torwürfen waren unsere Damen in dieser Phase allerdings nicht vom Glück verfolgt, trafen drei Mal hintereinander nur die Stange. Doch auch die Schweiz konnte zunächst aus den Fehlern der Österreicherinnen kein Kapital schlagen, bis ihnen in Minute 54 der Ausgleich zum 24:24 gelang und sie nach mehr als 52 Minuten sogar die Führung zurückeroberten – 24:25.

Katrin Engel mit zwei Treffern, Beate Scheffknecht mit zwei Treffern und Laura Bauer mit einem Treffer holten in den letzten Minuten dieses zweiten freundschaftlichen Länderspiels nochmals die Kohlen für ihre Teamkolleginnen aus dem Feuer und brachten Österreich wieder retour auf die Siegesstraße. Trotz des klaren zwischenzeitlichen Vorsprungs, war es am Ende doch ein Arbeitssieg für die Österreicherinnen – Endstand 29:27.

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