Nirgendwo sonst findet man so viel hochkomplizierte Technik wie in Le Mans. Neben den Fahrern muss auch die Technikabteilung der Rennställe exzellente Arbeit leisten. 24 Stunden sind eine lange Zeit, doch es darf keine einzige Panne geben – sonst bedeutet dies das Aus im Rennen.

Audis Werbespruch "Vorsprung durch Technik" trifft auch in Le Mans zu. | Fotocredit: julien.reboulet auf Photopin (cc)
Audis Werbespruch „Vorsprung durch Technik“ trifft auch in Le Mans zu. | Fotocredit: julien.reboulet auf Photopin (cc)

Aerodynamik eines Flugzeuges – nur ohne Flügel
Man könnte denken, dass man aus diesem Grund extra robuste Wagen baut. Aber dem ist nicht so: Die Fahrer setzen sich in zerbrechliche, hochkomplizierte, aerodynamisch nahezu perfekte Maschinen. „Aerodynamik“ ist griechisch und baut sich aus aer (Luft) und dynamis (Kraft) zusammen. Man versucht also, der Kräfte die die strömende Luft ausübt zu umgehen. Dazu hat man eine minimale Stirnfläche entworfen, eine nahezu fließende „Außenhaut“ kommt dazu. Alles, um so wenig Luftwiderstand wie möglich zu erzeugen. Am Heck kommt dann ein großer Heckflügel hinzu, mit zwei Endplatten auf je einer Seite, damit die Luft umgeleitet wird. Um einzelne Bauteile zu testen, haben alle Teams einen speziellen Windtunnel, in dem sie Luft auf das Modell blasen, um zu sehen wie die Luft fließt. Es ist für Laien viel zu kompliziert, um alles detailliert zu erklären.

Racing becomes Star Trek
…auch beim Motor. Man will in Le Mans immer einen Schritt voraus sein und betreibt Pionierarbeit in Sachen Antrieb. Unter der Haube hat beispielsweise ein LMP1-Wagen (Die schnellste „Kategorie“) von Audi einen 4 Liter-V6 TDI-Aggregat. Dazu kommt eine Technik, die sogar die Formel 1 abgeschaut hat: Kinetische Energie. Wenn ein Körper verzögert wird, entsteht Energie. Das ist Lehrstoff der 8. Klasse im Physikunterricht. Audi macht aber etwas ganz besonderes: Man sammelt diese Energie, konvertiert diese in Strom und speichert diesen in einer Art Batterie (Dem „Flywheel“), welche eigentlich ein Drehmassenspeicher ist, an der Vorderachse. Diese Elektro-Power kann vom Fahrer abgerufen werden. Bis zu zwei Megajoule werden dann freigegeben und geben dem Auto einen Extra-Boost. Zudem ist dieser Antrieb unglaublich sparsam und umweltfreundlich. In vielen Straßenautos wird deshalb schon Le Mans-Technik verbaut.

Und trotz all dieser komplizierten Technik ist ein solcher Wagen ein echtes Fliegengewicht. Gerade einmal 870 Kilogramm mit Fahrer wiegt ein aktuelles Modell. Stellenweise erreichen die Wagen die 315 km/h-Marke. Und diese enorme Geschwindigkeit ist allein der ausgeklügelten Le Mans-Technik zu verdanken.

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.