Vom 29. Juni bis 3. Juli finden in Nove Mesto na Morave in Tschechien die Cross-Country-Weltmeisterschaften der Mountainbiker statt. Wir haben uns in die Region Vysocina begeben, um die Strecke und die Kultur zu erkunden. Besondere Überraschung: Vor Ort trafen wir den Olympiasieger Radoslav Kulhavy für ein Interview.

Auf die Schönheit der dünn besiedelten Region Vysočina wurden wir schon im Vorfeld der Mountainbike-Weltmeisterschaft aufmerksam gemacht. Die Wettkampfanlagen vor Ort, die Single Trails im Wald und der gelebte Sportsgeist haben unsere Erwartungen trotzdem um ein Vielfaches übertroffen. Hier wird nicht nur das Mountainbiken, hier wird Sport allgemein gelebt. Das merkt man schon im Gespräch mit den Einheimischen, die vor Fachkenntnis über ein breites Spektrum von Sportarten nur so strotzen.

So wird nicht nur bei Großereignissen gezeigt, was sportlich in Tschechien steckt, auch für den Tourismus bietet die Region allerhand. Direkt nach unserer Ankunft besorgten wir uns Leihräder, um die WM-Strecke zu besichtigen. Wir wollten in diesem Fall nicht nur einen Eindruck gewinnen, wir wollten das Terrain und den Schwierigkeitsgrad der WM-Strecke am eigenen Leib spüren. Ob das die beste Idee war, sind wir uns aufgrund der Tatsache, dass wir wahrscheinlich mehr Stürze produziert haben als ein Profi in einem Jahr, nicht sicher. Aber auch für Hobby-Mountainbiker bietet Vysočina abwechslungsreiche Trails an. Besonders stolz ist man aber auf den Single Trail, der von einem der besten Downhill-Biker der Welt konzipiert wurde und auch ambitionierte Biker an ihre Grenzen führen soll.

Zurück zur Weltmeisterschaft. Es ist das erste Mal, dass eine WM in dieser olympischen Disziplin in der Tschechischen Republik ausgetragen wird. Der Andrang der Zuschauer wird enorm sein: Man rechnet mit 30.000 Fans täglich, denn der Mountainbike-Hero der Region ist der Olympiasieger und Weltmeister Jaroslav Kulhavy. Im Wald begegneten wir dem Nationalhelden, um Fotos von ihm zu schießen und seine Stimme einzufangen. Jaroslav Kulhavy: „Für mich ist diese Heim-Weltmeisterschaft neben den Olympischen Spielen in Rio das größte Ziel für diese Saison. Es ist ein ganz spezielles Rennen, auch weil mein Haus nur eine Autostunde entfernt liegt. Das Besondere hier ist, dass die Zuschauer auf der vier Kilometer langen Strecke an jedem Streckenabschnitt bis auf wenige Zentimeter an die Strecke herankommen. Nove Mesto hat schon mit den Welt-cups der letzten Jahre gezeigt, dass die Rennen hier zu den spektakulärsten der Welt zählen. Im Wald wird es dieses Jahr sogar eine extra Tribüne für rund 1.000 Zuschauer geben. Die Strecke ist einfach perfekt für alle, die Mountainbiken hautnah miterleben wollen.“

Die Strecke hat es tatsächlich in sich. Dieser Realität mussten auch wir ins Auge blicken. Besonders beim Skoda Vertical Drop haben wir beschlossen, kein zusätzliches Risiko zu gehen und haben unsere Mountainbikes seitlich davon hinuntergeschoben. Wir können es kaum erwarten, die Athleten am Tag X zu sehen, wie sie die Strecke mit vollem Tempo hinunterzünden.
Für das After-Sport-Programm hat die Region Vysočina ebenfalls einiges zu bieten, hat sie doch die höchste Konzentration an Denkmälern, die in der Liste der UNESO Weltkultur- und Naturerbe eingetragen sind. Um unseren Tagesausflug abzurunden, zog es uns zur Wallfahrtskirche des heiligen Jan Nepomuk am grünen Berg. Bemerkenswert an ihr ist die Sternform. So kamen wir an einem Tag sportlich und kulturell voll auf unsere Kosten, aber für den Sommer planen wir bereits einen längeren Trip mit den Mountainbikes, da wir den Single Trails definitiv nicht genug Zeit widmen konnten.

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