Ice Cross Downhill funktioniert auch bei wärmstem Wetter: Das hat das erste Rennen in der südeuropäischen Hafenstadt Marseille bewiesen. Der Amerikaner Cameron Naasz gewann den Saisonauftakt vor vielen französischen Zuschauern und macht offenbar ernst damit, sich den Weltmeistertitel ein zweites Mal in Folge zu holen. In einer der spannendsten Schlussrunden überhaupt, mit drei Weltmeistern auf der 340 Meter langen Strecke, wird Marco Dallago nach einem dramatischen Wiederholungsfinale Vierter und meldet sich damit als Anwärter für den Titel zurück. 

Der US-Amerikaner Cameron Naasz hat am Samstag das erste Red Bull Crashed Ice Rennen an der französischen Mittelmeerküste nach einem fehlerfreien High-Speed-Lauf auf der Kunsteispiste hinab zum Alten Hafen von Marseille gewonnen. Für den amtierenden Weltmeister im Ice Cross Downhill war es der siebte Sieg seiner Karriere. Naasz hofft, den Titel als erster Sportler überhaupt zum zweiten Mal in Folge zu holen. Auch der ehemalige Ice Cross Downhill Weltmeister Marco Dallago meldet sich nach einer verpatzten letzten Saison mit einem vierten Platz im Kampf um den Titel zurück.

Vor den vielen begeisterten französischen Fans im Herzen von Marseille hatte sich Marco Dallagozunächst mit Platz drei aufs Podium katapultiert, doch nur wenige Momente später wurde das Rennen für ungültig erklärt, weil TV-Aufnahmen zeigten, dass die vier Schranken am Start nicht ganz gleichzeitig aufgegangen waren. Bei der Wiederholung des Finales reichte es für den Steirer aufgrund eines Sturzes dann nur mehr für den vierten Platz. „Es war ein spannendes Rennen und leider bin ich nur Vierter geworden. Aber bereits nächste Woche kommt schon das nächste Rennen. Heute hat man gesehen, wie eng es derzeit an der Spitze des Sports zugeht.“ In der Gesamtwertung der Ice Cross Downhill Championship reiht sich der 26-jährige nach dem Rennen in Marseille auf den dritten Platz.

Luca Dallago kämpfte sich mit souveränen Siegesläufen bis ins Halbfinale, schied dann jedoch aufgrund eines Sturzes aus und musste sich somit mit Rang sieben zufrieden geben. „Ich habe auf das Finale gehofft. Ich bin gut gefahren, habe jeden Lauf bis zum Halbfinale gewonnen. Im Halbfinale hatte ich dann leider etwas Pech, habe einige Löcher erwischt und bin gestürzt.“ In der Weltmeisterschaftswertung positioniert sich der 25-jährige Steirer damit auf dem sechsten Platz.

Beim immer härter werdenden Wettbewerb der Damen gelang der Weltmeisterin aus dem vergangenen Jahr, der Kanadierin Jacqueline Legere, die Titelverteidigung. Die ehemals beste Shorttrackerin Österreichs, Veronika Windisch aus Weiz in der Steiermark, kämpfte sich bei ihrem erst zweiten Auftritt in einem Red Bull Crashed Ice Rennen bis ins Halbfinale, schied dann aber nach einem Sturz aus und belegte am Ende den starken siebten Platz. Mit dieser Leistung reiht sich die Steirerin nach ihrem Sieg beim ersten Riders Cup Rennen auf Platz drei der WM Gesamtwertung der Damen.

Beim allerersten Rennen der neuen Juniors Championship ging der 18-jährige Joni Saarinen aus Finnland als Sieger hervor. Maximilian Hohl aus Österreich schaffte es beim neu geschaffenen Wettbewerb für die Altersgruppe 16 bis 20 auf den vierten Platz.

Der Abend war im sonnenverwöhnten Marseille – Hauptstadt des Sports 2017 – für die Jahreszeit ungewöhnlich kühl, dennoch beginnt mit dem Rennen in der wärmsten Stadt Frankreichs eine neue Ära im weltweit schnellsten Sport auf Kufen: Es ist nun bewiesen, dass Eispisten auch in klimatisch warmen Städten gebaut werden können.

Bei der schnellsten Sportart der Welt auf Kufen rasen vier furchtlose Skater gleichzeitig eine herausfordernde Kunsteis-Piste hinab und erreichen dabei Geschwindigkeiten von bis zu 80 Stundenkilometern. In jeder Runde schafften es die beiden Erstplatzierten weiter, so dass von 64 noch vier Athleten übrig waren.

Ergebnisse Männer:
1. Cameron Naasz (USA)
2. Maxwell Dunne (USA)
3. Scott Croxall (Kanada)
4. Marco Dallago (Österreich)
5. Guillaume Bouvet-Morrissette (Kanada)
6. Dan Witty (Kanada)
7. Luca Dallago (Österreich)
8. Daniel Bergeson (USA)
9. Tommy Mertz (USA)
10. Jim Di Paoli (Schweiz)

Ergebnisse Frauen:
1. Jacqueline Legere (Kanada)
2. Amanda Trunzo (USA)
3. Sydney O’Keefe (USA)
4. Myriam Trepanier (Kanada)
5. Elaine Topolnisky (Kanada)
6. Tamara Kajah (Kanada)
7. Veronika Windisch (Österreich)
8. Maxie Plante (Kanada)
9. Amandine Condroyer (Frankreich)
10. Sandrine Rangeon (Frankreich)

Stand Gesamtwertung Weltmeisterschaft Männer: 1. Naasz 1000 Punkte, 2. Dunne 800, 3. Marco Dallago 750, 4. Croxall 600, 5. Bouvet-Morrissette 450, 6. Luca Dallago 425, 7. Witty 400, 8. Dugerdil (FRA) 350, 9. De Paoli 340, 10. Bergeson 320.

Stand Gesamtwertung Weltmeisterschaft Frauen: 1. Legère 1000 Punkte, 2. Trunzo 800, 3. Windisch 610, 4. O’Keefe 600, 5. Trepanier 500, 6. Topolnisky 450, 7. Noe (Niederlande) 420, 8. Kajah 400, 9. Yamamoto (Japan) 365, 10. Morand (Schweiz) 330

Quelle: Ines Schneider
Foto: © Jörg Mitter / Red Bull Content Pool

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.