Österreichs Top-Rodler tüfteln im Olympia-Eiskanal von Pyeongchang an der Ideallinie. Am Wochenende feiert das Alpensia Sliding Centre mit der Generalprobe für die Spiele 2018 seine Weltcup-Premiere.

Gut Ding braucht Weile. Der Eiskanal im hochmodernen Alpensia Sliding Center ist für alle Beteiligten eine ziemliche Herausforderung und keiner, der schnell in Fleisch und Blut übergeht. Die Bahn hat einen unvergleichlichen Charakter, ewig lange Kurven wechseln sich mit kurzen, knackigen Richtungsänderungen ab. Als Kriterium gilt die Kurve neun, aber auch die Einfahrt zum Bergauf-Stück unmittelbar vor der Zieldurchfahrt, hat ihre Tücken. Nach einer internationalen Trainingswoche folgt nun das Weltcup-Debüt der Olympiastrecke, das mit dem Nationencup am Freitag eingeläutet wird. 156 Athleten aus 30 Nationen haben genannt.

Wolfgang Kindl, Armin Frauscher, Reinhard Egger, Miriam Kastlunger, Birgit Platzer und die Doppelsitzer Thomas Steu/Lorenz Koller sind aufgrund ihrer Ergebnisse bei den drei vorangegangenen Weltcuprennen gesetzt.Peter Penz und Georg Fischler, die nach der Silberfahrt im WM-Sprint auf einen Start in Oberhof verzichtet haben, müssen wie vier weitere ÖRV-Schlitten in die Qualifikation.
Am Samstag steht zunächst die Konkurrenz der Doppelsitzer auf dem Programm, der erste Lauf startet um 15.20 Uhr Ortszeit. Anschließend folgen die Damen.
Tags darauf gehen die Herren-Einsitzer ab 16.20 Uhr Ortszeit auf Punktejagd, abgerundet wird die Olympia-Generalprobe mit einer Team-Staffel (20.00 Uhr Ortszeit).

Georg Fischler:
„Verglichen mit der Homologierung ist jetzt viel weniger Eis in der Bahn, damit haben sich die Einfahrtsprofile verschoben, es fährt sich definitiv anders. Die Bahn hat von allem etwas, du musst gut gleiten können, aber auch die Winkel exakt treffen. Das macht die Materialabstimmung zu einem schmalen Grad. Die Kurve neun erinnert ein wenig an die Schlüsselstelle von Lake Placid (Kurve 11), damit haben die Amerikaner vielleicht einen kleinen Vorteil. Umso wichtiger ist, dass wir jeden Lauf voll mitnehmen und alles aufsaugen was geht. Im Moment tun sich alle noch ein wenig schwer, das Wochenende wird in jeden Fall spannend.“

Wolfgang Kindl:
„Der Herrenstart hat ein relativ schwaches Gefälle, aber es geht dann ziemlich schnell weiter, damit ist das nicht so tragisch. Richtig los geht es beim Übergang von der Acht auf die Neun. Die anschließende Gerade verläuft entgegen der Richtung und hat zwei kleine Ecken drinnen. Durch diese Kombination sauber durchzukommen macht den Unterschied aus. Phasenweise gelingt mir das sehr gut, aber ich habe auch schon einige Banden kassiert.“

Miriam Kastlunger:
Die Ein- und Ausfahrten sind zu Teil extrem offen, es ist generell wenig Anpressdruck in der Bahn, das macht das Ganze sehr speziell. In der Kurve neun muss man gegen das eigentliche Gefühl rodeln, unten wird die Bahn schneller, in der Kombination 15, 16 kann man ebenfalls viel Zeit liegen lassen, zumal es dann bis ins Ziel nur noch bergauf geht. Die Anlage ist hochmodern, vom Drumherum haben wir bisher noch nicht allzu viel gesehen gesehen. Wir waren kurz am Meer, auch ein Abstecher zu den Skispringern ist sich ausgegangen.“

Quelle: Dominic Marsano
Photocredit: ÖRV

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