Das neue Jahr ist gerade erst angebrochen, doch schon startet die Formel E zu ihrem nächsten Lauf in Argentinien. In der Hauptstadt Buenos Aires findet bereits das zweite Rennen der neuen Rennserie auf amerikanischem Boden statt, nachdem die Piloten in den vergangenen Monaten bereits in China, Malaysia und Uruguay starteten. Wir schauen voraus auf den kommenden vierten ePrix.

Jedes der bisher gefahrenen Rennen sorgte für reichlich Gesprächsstoff. Insbesondere der spektakuläre Unfall von Virgin-Fahrer Nick Heidfeld und e.dams-Pilot Nicolas Prost in der letzten Runde des ePrix von Peking blieb in den Köpfen der Fans hängen. Genauso das dramatische Ende des letzten Rennens in Uruguay, als sich Ex-Formel-1-Fahrer Jean-Eric Vergne (Andretti) fast an seinem früheren Teamkollegen Sebastien Buemi (e.dams) vorbeischieben konnte, aber in der vorletzten Runde mit einem Aufhängungsproblem sein Rennen gezwungenermaßen aufgeben musste.

Sebastien Buemi (e.dams) konnte den letzten ePrix für sich entscheiden.
Sebastien Buemi (e.dams) konnte den letzten ePrix für sich entscheiden.

Buemi freut sich nach seinem ersten Formel-E-Sieg vor genau vier Wochen auf Buenos Aires: “Nach starken Tests in Donington hatten wir immer damit zu kämpfen, das Auto auf Straßenkurse abzustimmen. Jetzt sollten wir aber einen guten Kompromiss gefunden haben, mal sehen, was passiert.” Sein französisches e.dams-Team liegt in der Meisterschaft nach dem Rennen in Punta del Este mit gerade einmal zwei Punkten vor den Kontrahenten von Abt. Auch Virgin ist mit zehn Punkten Rückstand auf das Spitzenteam in Schlagdistanz.

Dem Fahrer-Titel am nächsten ist momentan Abt-Pilot Lucas di Grassi, der mit 18 Punkten vor Buemi liegt. Sam Bird in Virgin-Diensten liegt gleichauf mit dem Schweizer. Bester Deutscher ist Daniel Abt (Abt) auf dem 15. Gesamtrang mit vier Punkten auf seinem Konto.

Streckenlänge: 2,4 Kilometer

Zeitplan 2015 (alle Zeiten in MEZ):

1. Freies Training: 12:15 Uhr – 13:00 Uhr
2. Freies Training: 14:30 Uhr –15:00 Uhr
Qualifikation: ab 16:00 Uhr
Rennen: ab 20:00 Uhr

Wetter
Während in Europa klirrende Kälte herrscht, soll es in Buenos Aires am kommenden Samstag sonnig und warm werden. Nachdem die Temperaturen in den Morgensessions noch zwischen 20 und 25 Grad Celsius liegen sollen, erreicht das Thermometer zum Rennstart voraussichtlich über 30 Grad. Ideale Rennbedingungen also für die Fahrer, denn auch leichter Wind aus Osten würde die Balance der Autos nicht stören.

Prognose
Nachdem die Formel E mit dem Kokainskandal von Franck Montagny einen guten Anwärter auf das Podest in Buenos Aires verloren hat, wird das Feld der möglichen Gewinner kleiner. Wie zuvor wird die Entscheidung wohl zwischen Abt, e.dams, Venturi, Andretti und Virgin fallen.

Große Hoffnungen dürfte sich nach seinem grandiosen Debüt in Punta del Este der ehemalige Formel-1-Pilot Jean-Eric Vergne (Andretti) machen. Mit den Erfahrungen, die er im Dezember sammeln durfte, wird er umso stärker in das neue Jahr kommen wollen. Wichtig ist auch das Qualifying: Wer als Erster durch die erste Kurve kommt, wird wohl erst einmal für einige Kurven durchatmen können. Deshalb werden sich auch die vorherigen Pole-Setter Nicolas Prost e.dams) und Oriol Servia (Dragon) gute Chancen ausrechnen dürfen.

Streckeninformationen:

Die Runde beginnt mit längsten Geraden der Strecke, die an der Laguna de los coipos entlangführt, zu Deutsch: “Lagune der Biber”. Mit einem Blick auf eines der größten zusammenhängenden Gebäude Argentiniens, den El-Faro-Wolkenkratzern, folgt der erste Bremspunkt. Hier gilt es, rechtzeitig genug auf der Bremse zu stehen, da mit einer nicht perfekt abgestimmten Bremsbalance die Hinterräder sehr leicht blockieren könnten.

Die zweite Kurve, ein kurzer Rechtsknick, sollte aufgrund der geringen Ausgangsgeschwindigkeit von Kurve 1 kein großes Hindernis für die Fahrer darstellen. Ob die Fahrer allerdings genügend Traktion haben, um sie mit Vollgas zu attackieren, müssen sie im Freien Training ausloten.

Für die nächste Kurve ist die richtige Linie entscheidend. Erwischt man den Kurveneingang nicht, wird man der Mauer am Ende des langen Linksbogens voraussichtlich gefährlich nahe kommen, wenn man keine Geschwindigkeit herausnähme. Nach einer kurzen Geraden folgt eine 90-Grad-Kurve, ebenfalls eine gute Überholmöglichkeit, die die Piloten in das Innere des Micaela-Bastida-Parks bringt.

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Alle Details zur Strecke in Buenos Aires auf einen Blick.

Nach einem kurzen Sprint zu Kurve 5, ebenfalls einer Haarnadelkurve, die sehr an Kurve 10 in Putrajaya erinnert, geht es auf dem Parallelweg wieder zurück auf die Hauptstraße. Für Kurve 7 ist abermals der richtige Bremspunkt entscheidend. Jedoch ist die Chance auf ein Manöver hier geringer als zuvor in der ersten Kurve.

Auf halber Strecke zur Ziellinie, die knappe 565 Meter vor der Startlinie liegt, wurde eine Schikane eingebaut, um die Autos zu entschleunigen. Die Schikane stellt gleichzeitig den Eingang der Boxengasse dar. Nach der Ziellinie (die aufgrund der Lage der Boxengasse nicht der Startlinie entspricht) folgen drei weitere schnelle Knicke, die die Fahrer unter anderem durch einen Kreisverkehr und an einem Brunnen vorbeiführen, bevor sie wieder auf die längste Gerade der Strecke kommen. Ein guter Kurvenausgang könnte in Zusammenhang mit Windschatten und einem FanBoost eine der besten Möglichkeiten für ein Überholmanöver in Kurve 1 bieten.

Wo es mit dem Überholen am besten funktionieren könnte, da hat Mahindra-Pilot Bruno Senna bereits genaue Vorstellungen: “Ich denke, die beste Stelle zum Überholen ist in Kurve 1 oder beim Anbremsen auf Kurve 4 und 5. Kurve 7 ist eine mögliche Ausweichstelle, sodass sie ein gewisses Potenzial bietet, innen vorbei zu fahren.”

Eine Runde im Simulator

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