Sechs Junge Männer bekommen mit dem Candidate Sailing Team beim Youth Americas Cup die Chance zu zeigen, dass Segeln deutlich mehr ist, als mit alten Säcken und Playboybunnies durch die schönsten Buchten dieser Welt zu schippern.

Ein durchaus provokantes Statement, doch wie uns das Nachwuchstalent und Candidate Sailing Team-Member Matthäus Hofer erzählt, ein Ruf, der dem Segeln immer wieder anhaftet. Manche werden sich jetzt denken: Schade, eigentlich wäre die Vorstellung ziemlich genial! Auch das Vorurteil, dass man mit dem Olympischen Segeln reich wird, wurde gleich zu Beginn unserer Unterhaltung zerstört. Bei Olympia verdient man nämlich so gut wie gar nichts. Wir fragen uns schön langsam, worin denn überhaupt der Reiz liegt, diesen Sport auszuüben. Geht es doch wie immer nur ums Geld. Bullshit! Wer schon den ein oder anderen Artikel von uns gelesen hat, weiß, dass Sport viel mehr kann – und ganz ehrlich, Extreme Sailing und vor allem der America`s Cup haben richtig was zu bieten. Wer einen Katamaran bei 80 km/h foilen gesehen hat, denkt bestimmt nicht mehr an einen versnobten Urlaub. Sieht doch viel mehr nach Blut, Schweiß und Adrenalin aus! Sportlich zählt der America`s Cup zu den absoluten Highlights des Jahres.
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Der Americas Cup ist die älteste Sporttrophäe der Welt, wurde zum ersten Mal 1851 ausgesegelt und zählt alleine schon dadurch zu den prestigeträchtigsten Sportereignissen, an denen man teilnehmen kann! Für jeden Segler ist er neben Olympia der größte Traum, den man sich erfüllen kann.
Ursprünglich ging es beim America`s Cup darum, mit 100-Fuß-Yachten um die Isle of Wight zu segeln. Damals duellierten sich noch ein amerikanisches Boot mit einer britischen Flotte. Diese erste Trophäe ging an die Amerikaner. Seither hat es kein britisches Team geschafft, die Trophäe zu erringen.
Der Red Bull Youth America`s Cup, an dem mit dem Candidate Sailing Team auch erstmals ein österreichisches Segelteam teilnimmt, wird nach 2013 erst zum zweiten Mal ausgetragen.
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Obwohl Österreich seit k.u.k. keinen Meerzugang hat, haben wir viele gute Segler, die auch bei Olympia immer wieder aufzeigen. Die Challenge, ein America`s Cup Team zu stellen, lag bisher eher im finanziellen Bereich, denn billig ist das Vergnügen jedenfalls nicht. Der AC45, auf dem die Österreicher den Red Bull Youth America`s Cup bestreiten werden, kostet rund 1 Mio. Euro. Die Americas Cup Boote kosten dann nochmal eine ordentliche Stange mehr, da rund 10.000 Entwicklungsstunden investiert werden.

Übrigens: Wer sich wundert, warum auf Segelbooten gekurbelt wird: damit wird der Druck für die Hydraulik aufgebaut, mit der man die Schwerter bzw. die Foils ins und aus dem Wasser bringt.  Wenn man die Segler sieht, die dafür verantwortlich sind, dann weiß man was das bedeutet. Auf YouTube findet man Trainingsvideos`, in denen mit zwei Kurzhanteln á 70 kg bankgedrückt wird.
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Für sechs junge Österreicher ist es die einzigartige Chance, sich den größten Traum ihrer Segelkarriere zu erfüllen. Bisher hatten wahrscheinlich nur rund 200 Segler weltweit die Ehre, überhaupt einen Fuß auf einen AC45 Katamaran zu setzen.
Großer Support dafür kommt beispielsweise von den Olympiasiegern Roman Hagara und Hans Peter Steinacher, die ihr Boot für Trainings zur Verfügung stellen.
Dopingfälle gibt es beim Segeln glücklicherweise nur sehr vereinzelt und selten. Matthäus Hofer: „Doping wäre kein Thema für mich, alleine schon weil man die Konsequenzen für den eigenen Körper nicht abschätzen kann. Das ist es einfach nicht wert. Abgesehen davon sind bei uns neben Ausdauer und Kraft auch viele andere Faktoren entscheidend. Das Geld ist in einem Segel sicher besser investiert.“
Credits: CST – Dapic rocks, CST – Dieter Schneider 
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