Die Favoriten für die Rugby-Staatsmeisterschaft 2016 wurden ihrer Rolle gerecht und besiegten in einem unterhaltsamen Spiel Vienna Celtic RFC mit 24:12. Die 600 Zuseher am Wiener Sportclub-Platz sahen aber einen aufopfernd kämpfenden Außenseiter, der das Spiel lange offen halten konnte.

Vor dem Spiel waren die Rollen klar verteilt – der Serienmeister RU Donau, der auch in der Liga heuer alle Spiele klar gewinnen konnte, schien seinen nächsten Titel nur abholen zu müssen. Dass dies im Rugby aber dennoch 80 Minute harte Arbeit bedeutet, in denen besonders in einem Finale viel passieren kann, war den „Piraten“ von Coach Steve Doyle aber bewusst. Und Vienna Celtic zeigte auch vom Anpfiff weg, dass sie ihre Haut teuer verkaufen würden. Mit krachenden Tackles und einer aggressiven Verteidigung versuchte man Donau den Schneid abzukaufen und die Kreativ-Abteilung rund um Donau-Flyhalf Yvan Wever nicht ins Spiel kommen zu lassen. Dennoch fand Donau nach 15 Minuten eine Lücke in dieser Verteidigungs-Wand und Center Michael Kerschbaumer legte den Ball zwischen den Pfosten ab. Celtic ließ sich von diesem Rückschlag aber nicht beirren und setzte seine Taktik weiter fort – mit dem Erfolg, dass die Kelten zum einen vorerst keine weiteren Donau-Punkte zuließen und gegen Ende der ersten Halbzeit zusehends selbst das Kommando am Spielfeld übernahmen. In den letzten Minuten drückte Celtic auf den ersten Try, aber statt dem Ausgleich fiel plötzlich der zweite Try von Donau. Yvan Wever konnte einen gegnerischen Pass abfangen, den Ball tief in die gegnerische Hälfte tragen und Gordon Chiu vollendete den DonauAngriff. Nach erfolgreicher Conversion von Max Navas ging es somit mit 14:0 in die Pause.

Nach der Pause ein ähnliches Bild wie in Halbzeit eins – Donau versuchte das Spiel zu machen, Celtic verteidigte verbissen und lauerte auf Konter. Donau wurde in dieser Phase durch zwei gelbe Karten numerisch geschwächt, konnte aber dennoch punkten. Nach mehreren Forwards-Phasen fand Alex Radomirov die entscheidende Lücke in Celtics Ruck-Verteidigung und tauchte zum 19:0 in die Try-Zone. Diesmal gelang es Celtic zu antworten und auch endlich die ersten Punkte aufs Score-Board zu bringen. Mit einer schönen Angriffsphase nutzten die Kelten ihre Überzahl aus und Wing Daniel Walker verkürzte auf 5:19. Donau ließ aber nicht zu, dass Celtic nun das Spiel noch drehen konnte, Sebastian Freydell sorgte in der 65. Minute mit dem 24:5 für die vorzeitige Entscheidung. In der Schlussminute war es Mushegh Aslanyan vergönnt, das Ergebnis für Vienna Celtic noch auf 12:24 zu korrigieren. Mit dem Schlusspfiff des Schweizer Referees Matt Sandell stand aber erneut RU Donau Wien als verdienter Staatsmeister fest und durfte den „Dr. Giancarlo Tiziani Cup“ für ein weiteres Jahr in Empfang nehmen.

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