Nach einem durchwachsenen Auftakt in die heurigen kontinentalen Titelkämpfe in Kazan, standen heute gleich vier österreichische Judoka auf den russischen Tatami. Nach einer pompösen Show mit Orchester, hunderten Tänzern und Videoprojektionen über alle vier Mattenflächen eröffnete der russische Präsident und Judo-Aficionado Wladimir Putin die Judo-Europameisterschaften 2016 offiziell: „Die Schönheit und Präzision der Technik machen Judo zu einer ganz besonderen Sportart.“

Ganz besonders war an diesem Tag die Leistung von Kathrin Unterwurzacher (JZ Innsbruck, -63 kg). Nach zwei souveränen und ungefährdeten Siegen über Daniela Kazanoi (BLR) und Ekaterina Valkova (RUS) traf die Tirolerin im Halbfinale auf die Israelin Yarden Gerbi. Beide Athletinnen attackierten mit starken Hüfttechniken und sorgten für spannende Stimmung in der Halle. Dreißig Sekunden vor Schluss nutzte Unterwurzacher einen Harai-Goshi-Ansatz der Israelin aus und konterte sie auf Waza-ari. Nach erlaubten drei Shido war gewiss: Die Österreicherin steht im Finale der Europameisterschaft. Dort wartete die aktuell stärkste Judoka bis 63 kg, die slowenische Welt- und Europameisterin Tina Trstenjak. Die beiden Sportlerinnen schenkten sich nichts und starteten einen Schlagabtausch. Eineinhalb Minuten vor Schluss erarbeitete sich Trstenjak eine Bodensituation und hielt die Innsbruckerin fest. Somit stand fest: Die Medaille glänz Silber. „Ich bin überglücklich. Das passende Wort ist „endlich“. Endlich hat es geklappt! Ich habe mich heute den ganzen Tag stark gefühlt und Freude am Kämpfen gehabgt. So kann es in Richtung Olympia weitergehen“, strahlt Kathrin Unterwurzacher mit der Silbermedaille um den Hals.

„Ich bin total erleichtert und freue mich sehr für Kathrin und ihre erste Medaille bei einer EM. Und das ganze an meinem Geburtstag. Danke Kathrin und danke an das gesamte Team für die tolle Leistung!“ fügt Coach Marko Spittka hinzu.

Mit dem Ziel, die vierte Medaille bei einer Europameisterschaft in Folge zu erkämpfen, lagen die Erwartungen für Bernadette Graf (JZ Innsbruck) besonders hoch. Nach einem Freilos und einem soliden Erstrundensieg gegen Lior Wildikan aus Israel, traf Graf im Viertelfinale auf die Französin Fanny Estelle Posvite. Bereits viermal trafen die beiden Athletinnen aufeinander, bis dato verließ die Innsbruckerin die Matte immer siegreich. Nach einem für den Nationaltrainer umstrittenen Waza-ari für Posvite, schaltete Bernadette Graf zwei Gänge nach oben und drückte ihrer Kontrahentin noch drei Shido auf. Leider reichte dies nicht, um am Ende als Gewinner dazustehen. In der Trostrunde wartete die amtierende Junioren-Weltmeisterin Szabina Gercsak (HUN). Trotz einer starken Anfangsphase warf die Ungarin Graf zuerst Yuko und dann Ippon und sicherte sich somit den Einzug in den Bronzemedaillenkampf.

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