Mehr als 80.000 Zuschauer waren am Samstagabend im Giuseppe-Meazza-Stadion in Mailand dabei, als Cristiano Ronaldo im Champions-League-Finale den entscheidenden Elfmeter verwandelte, sich das Trikot von seinem durchtrainierten Körper riss und damit Real Madrid „La Undecima“, den elften Sieg in der Königsklasse, bescherte. Die Real-Fans waren außer Rand und Band, sangen das Lied das Traditionsvereins in ohrenbetäubender Lautstärke und sorgten für eine einzigartige Atmosphäre, die Anhänger von Atletico Madrid, deren Team den Sieg mehr verdient hätte, waren naturgemäß bitter enttäuscht.

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Doch nicht nur im Vier-Stern-Stadion, sondern auch rundherum waren Freud und Leid nahe beisammen. Während sich etwa 80.000 Menschen darüber freuen durften, bei der Vergabe der Tickets unter den Glücklichen zu sein, wurde anderen der Zutritt zum Stadion verwehrt. So etwa einer jungen Familie, die extra für das Endspiel nach Mailand reiste. Der Familienvater kaufte allerdings unwissentlich gefälschte Tickets und musste gemeinsam mit seiner Frau und seinen beiden Kindern das Spiel vor dem Fernseher verfolgen, anstatt live im Stadion. Viele Fans von Real und Atletico besuchten die Mode-Metropole in der Lombardei, nur um in einer der vier rieseigen Fanzonen ihre Mannschaften zu feiern. Die größte Party stieg vor dem Mailänder Dom in einem atemberaubenden Ambiente.

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Umständlich gestaltete sich die Heimreise vom Match für die Zuseher im Stadion. Die unmittelbar umliegenden Metro-Stationen wurden geschlossen, um einen zu starken Andrang zu vermeiden. Verständlich, musste doch dafür gesorgt werden, dass sich 80.000 Menschen verteilen – auch um die Sicherheit zu gewährleisten, obwohl aufgrund der hohen Polizeipräsenz wohl kaum ein Fan diesbezüglich bedenken hatte, sogar die Finanzpolizei war im Einsatz und sorgte für Ordnung. Nicht wenige Besucher des Spiels verzichteten letztlich auf den Marsch zur nächsten U-Bahn, die aufgrund des Finalspiels ausnahmsweise bis 2 Uhr morgens in Betrieb war und nahmen ein Taxi zu ihrer Unterkunft. Dennoch waren die Züge überfüllt und erinnerten eher an chinesische als an italienische Verhältnisse. Die Stimmung war wohlgemerkt eine andere: Schlachtrufe tönten durch die Waggons, die Begeisterung für das Spektakel omnipräsent. Die Party dauerte bis in die frühen Morgenstunden an.

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